Länderthemen

Bayerische Windbranchentage

Zweiter bayerischer Windbranchentag am Mittwoch, den 17. März 2010 in der Stadthalle Fürth

Bundesverband WindEnergie versammelt Hersteller-, Zuliefer- und Planungsunternehmen in der Metropolregion Nürnberg

Obwohl das flächengrößte Bundesland bei der Nutzung der Windenergie im Deutschlandvergleich noch immer großen Nachholbedarf hat, sind die Unternehmen der Windbranche in Bayern überproportional stark vertreten. Dies wird in der Metropolregion Nürnberg mit namhaften Zulieferfirmen, vielen Arbeitsplätzen und großen Investitionen ganz besonders deutlich. Aus gutem Grund also hat der Bundesverband WindEnergie (BWE) sein zweites bayerisches Branchentreffen nach Fürth verlegt. Dort konnte er Umweltminister Markus Söder für die Eröffnungsrede gewinnen. Ihm bot der BWE an, Bayern mit Hilfe der Windenergie im Klimaschutz bundesweit zu einem Vorreiter zu machen.

"Die bayerische Windkraftindustrie trotzt der Wirtschaftskrise und wächst dynamisch", betonte der Landesvorsitzende des Bundesverbands WindEnergie (BWE), Günter Beermann, zum Auftakt des Branchentages. Immer mehr Unternehmen würden diversifizieren und in Windkraft investieren, so der BWE-Experte, der für Bayern von derzeit bis zu 20.000 direkt und indirekt Beschäftigen im Bereich "Wind" ausgeht. Entsprechend gut aufgestellt präsentierte sich in der Stadthalle Fürth ein Spektrum an Unternehmen aus dem klassischen Maschinenbau, darunter Anlagen-, Getriebeund Generatorhersteller, Lagerhersteller und Gießereien, aus dem Planungs- und Ingenieurbereich und an IT- und Softwarefirmen sowie an Betrieben für Installation, Service und Wartung. Rund 150 Firmen und Institutionen waren der Einladung des BWE-Bayern nach Fürth gefolgt.

Dream-Team aus Windenergie und Elektromobilität
Hermann Albers, der Präsident des BWE, verwies in seinem Redebeitrag auf die Chancen, die ein "Dream-Team aus Windenergie und Elektromobilität" insbesondere für die bayerische Automobilindustrie biete. Die Verbindung von sauberem Windstrom und motorisiertem Individualverkehr liege auf der Hand, so Albers. "Elektroautos fahren aber nur dann umweltfreundlich, wenn sie mit erneuerbarem Strom fahren. Alles andere ist eine Mogelpackung", mahnte er. Mittels der Elektromobilität könne die Windenergie nicht nur den Strom-, sondern auch den Verkehrssektor mit erneuerbarer Energie versorgen und so helfen, die Ziele für Klimaschutz- und Versorgungssicherheit der Staatsregierung, des Bundes und der Europäischen Union zu erreichen.

Nach Ansicht der BWE-Sprecher wird sich die heimische Windbranche im internationalen Wettbewerb nur dann dynamisch weiterentwickeln, wenn sich auch der Süden Deutschlands mehr als bisher dieser Zukunftstechnologie öffnet. In Bayern, so betonte Landesvorsitzender Beermann, bestehe mit gerade mal 384 errichteten Anlagen und einem Stromanteil von 0,73 Prozent ein enormer Nachholbedarf. Im Zeichen des Klimawandels gelte es, die Rahmenbedingungen für die Windenergie ganz anders zu gestalten – z. B. bei der Neuordnung der Landes- und Regionalplanung. 

Rückenwind für mehr Klimaschutz in Bayern
Kritik übte der BWE-Landesvorsitzende in diesem Zusammenhang an den wenig ambitionierten Ausbauzielen für erneuerbare Energien, wie sie in der Klimaschutzstrategie der bayerischen Staatsregierung beschrieben sind. 30 Prozent des Stromverbrauchs sollen demnach bis 2020 aus regenerativen Ressourcen abgedeckt werden. Schon heute aber, so hat der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwerke jüngst mitgeteilt, kommt ein Viertel des in Bayern verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen (vor allem Wasserkraft). Allein die Windenergie könne diesen Anteil binnen zehn Jahren um zehn Prozent auf 35 Prozent erhöhen, kündigte der BWE an.

Moderne Windkraftanlagen "made in Germany" mit höheren Türmen und größeren Rotordurchmessern ermöglichen es, neue und ertragreiche Standorte gerade auch im Süden Deutschlands zu erschließen. "Guter Wind weht nämlich auch in Bayern – und zwar an vielen Standorten!", führte der BWE-Sprecher aus. Der BWE hält in den nächsten zehn Jahren eine Windkraftnutzung auf 1.500 bis 2.000 Standorten in Bayern für möglich – übrigens in Übereinstimmung mit dem Bund Naturschutz. Aufgrund des großen Leistungspotenzials moderner Windkraftanlagen sei damit ein kurz- und mittelfristig zu realisierendes Potenzial von jährlich bis zu 9.000 Gigawattstunden Windstrom realistisch. Dies entspricht einem Anteil von 10 Prozent am derzeitigen Stromverbrauch (etwa 89.000 GWh) in Bayern. Bezogen auf die in Deutschland übliche Stromerzeugung würde dies pro Jahr etwa 7,5 Mio. Tonnen CO2 einsparen!

Neue Energie für die Region
"Statt also die Nutzung der Windkraft dem Norden und die Kosten dem Süden zu überlassen, sollten die südlichen Länder mehr Windkraft im eigenen Land möglich machen und mittels der hier vorhandenen Netze zur Verfügung stellen – aus wirtschaftspolitischem Eigeninteresse und aus Gründen der kommunalen Versorgungssicherheit", forderte Beermann. Wenn der Ausbau der Windenergie hier nicht stattfinde, würden die Verbraucherinnen und Verbraucher in Bayern jedes Jahr mehr Geld für Stromimporte gen Norden überweisen, erläuterte er. Die für den Ausbau der Windkraft notwendigen Investitionen, Arbeitsplätze, Gewerbesteuern, Pachten würden dann ebenfalls andernorts realisiert.

Ein positives Signal sieht der BWE darin, dass immer mehr Gemeinden und Kommunen die Nutzung der Windkraft als eine ergiebige Energiequelle direkt vor der Haustür und in eigener Hand entdecken. "Sie haben erkannt", so der BWE, "dass die Energieversorgung der Zukunft aus der Region und für die Region ist." Die Wertschöpfung bleibe im eigenen Land und fließe nicht in fremde Länder ab." Langfristig müsse das Ziel eine 100-prozentige Energieversorgung aus regionalen und erneuerbaren Quellen sein.  Nach Auffassung des BWE ist es deshalb höchste Zeit, den Ausbau der Windenergie in Bayern zu forcieren, die Regionalplanung neu auszurichten, administrative Hemmnisse abzubauen und damit einer klimafreundlicheren und weniger importabhängigen Energieversorgung den nötigen Auftrieb zu verleihen.

Technologie mit Zukunft
"Windkraft ist eine Technologie mit großer Zukunft – und deshalb wichtig für den Wirtschaftsstandort Bayern und ganz besonders für die Metropolregion Nürnberg", lautete die zentrale Botschaft des BWE-Treffens in Fürth. Deshalb forderte der Branchenverband die Staatsregierung auf, möglichst umgehend die Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzeffekte von Sonne, Wind und Co. auch für Bayern so zu erheben, wie es in anderen Bundesländern längst gang und gäbe sei.

Es zeige sich gerade in der jetzigen Krisensituation, dass die erneuerbaren Energien wie die Windkraft zu einem wichtigen Standbein und einer echten Entwicklungschance für die heimischen Unternehmen geworden seien. "Die Nachfrage nach klimafreundlichen, regenerativen und dezentralen Energietechniken steigt nicht nur hierzulande, sondern weltweit", erläuterte Beermann abschließend die wachsende Bedeutung der Windbranche.

Christoph Markl-Meider, BWE-Bayern Presse Mobil +49 179-5975863

Kontakt: BWE-Landesbüro Bayern Dipl.-Ing. Günter Beermann BWE-Landesvorsitzender,  Tel.: +49 89-72779940, Fax: +49 89-7913480
E-Mail g.beermann[et]bwe-regional.de 

>> Programm Windbranchentag

Erster bayerischer Windbranchentag 2008 am Dienstag, 25. November 2008, im Kulturspeicher in Regensburg

Windkraft,  Wachstum, Wirtschaftsfaktor
Obwohl Bayern in Deutschland (noch) Schlusslicht bei der Nutzung der klimafreundlichen Windenergie ist, kann das Land mit einer starken Zulieferindustrie für die Herstellung von Windkraftanlagen aufwarten – und zwar in allen Regionen und mit bedeutenden nationalen und internationalen Marktteilnehmern, mit tausenden von Arbeitsplätzen, innovativen Technologien und erheblichen Investitionen.

Um in der Branche selbst, in der Politik und in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Windenergie auch im Süden Deutschlands zu Hause ist, veranstaltete der Bundesverband WindEnergie – Landesverband Bayern unter dem Titel "Windkraft, Wachstum, Wirtschaftsfaktor" am 25. November 2008 den ersten bayerischen Windbranchentag.

Wind säen und Strom ernten – auch in Bayern!

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PEESA - Potentiale erneuerbarer und effizienter Stromerzeugung im Allgäu
Studie  im Auftrag der Allgäuer Überlandwerk GmbH, Zusammenfassung des PEESA - Schlussberichtes des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE)



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